Wort - Gewalt - Tat

Wort – Gewalt – Tat: Hassreden aus Deutschland

Szenische Lesung mit Ilja Kamphues und Ulrich Meckler
Geräuschkomposition: Oliver Augst
Gallustheater am 08.11.2018 - ein Bericht

Wort – Gewalt – Tat: Wie über Flucht und Flüchtende gesprochen wird, in den Medien und auf der Straße, in der Öffentlichkeit, in der Politik, am Stammtisch und im Netz; die Gewalt von Sprache als Gewalt, die von Worten ausgeht und von Worten, die Gewalt rechtfertigen –: durch Sprachpermutationen, Sprechperformance und musikalisches Material wurde diese Gewalt sinnlich erfahrbar. Es wurde nicht über Schlagworte, öffentlichen Diskurs verhandelt, sondern die Sprachaktionen vermittelteten die gesellschaftlichen Aktionen direkt; sprachliche Gewalt wird nicht analysiert, die Sprachaktionen sind Gewalt. Da der Gebrauch der öffentlichen Sprache sich fortlaufend verschärft, da Grenzen des Sagbaren eingerissen werden, verändert sich fortlaufend die Textgestalt des Stücks: Was anfangs drastisch überzeichnet schien, ist von der Wirklichkeit überholt. (Quelle: TheaterProzess)

Was war das stärkste Propagandamittel der Hitlerei? Der Nazismus glitt in Fleisch und Blut der Menge über durch die Einzelworte, die Redewendungen, die Satzformen, die er ihr in millionenfachen Wendungen aufzwang, und die mechanisch und unbewusst übernommen wurden. … Sprache lenkt auch mein Gefühlt, sie steuert mein ganzes seelisches Wesen, je selbstverständlicher, je unbewusster ich mich ihr überlasse … Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da. … Die nazistische Sprache … ändert Wortwerte und Worthäufigkeiten, sie macht zum Allgemeingut, was früher einem Einzelnen oder einer winzigen Gruppe gehörte und in alledem durchtränkt sie Worte und Wortgruppen und Satzformen mit ihrem Gift, macht sie die Sprache ihrem fürchterlichen System dienstbar, gewinnt sie an der Sprache ihr stärkstes, ihr öffentlichstes und geheimstes Werbemittel.

Quelle: V. Klemperer, LTI Neuausgabe 2015

Die Theaterfassung von Wort - Gewalt - Tat wurde 2017 aufgeführt. Fotos zur Theaterfassung befinden sich hier.

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