bedeutende Bäume in Hessen

Bedeutende Bäume in Hessen

Bei der Beschreibung bedeutender Bäume in Hessen folge in den beiden Büchern:

1. BERND ULLRICH, STEFAN KÜHN, UWE KÜHN: Unsere 500 ältesten Bäume. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG 80797 München

2. Hans-Joachim Fröhlich: Wege zu alten Bäumen - Band 1 Hessen

Der Einfachheit halber übernehme ich aus (1) die Nummerierung der Bäume. Diese ist auch in dieser PhotoHeimSeite in den Schlagwörtern vorhanden. Damit ist eine leichte Orientierung in den Alben möglich. Den Standort der Bäume kann man leicht mit der integrieren OpenStreetMap finden. Die hier dargestellten Texte sind ebenfalls aus (1) entnommen. Teilweise wurden sie von mir ergänzt. Sie dienen der Übersicht.

Alter: 121 Jahre (2009)
Taille: 7,57 m (2007)
Umfang: 7,85 m (2007)

Diese mächtige Schwarzpappel begann im Jahr 1888 als winziger Keimling. Zweijährig wurde sie als eine von vielen im Jahr 1890 ausgepflanzt, entlang des Rheinufers sollte eine Allee entstehen. Durch »Eisgang« (treibende Eisschollen) auf dem Rhein wurde die Pflanzung 1893 zerstört. Nur diese eine Pappel, so die Informationstafel am Baum, hat überlebt. Mit durchschnittlich 6,6 cm Umfangszuwachs ist sie bis heute zu einem großartigen Exemplar herangewachsen. Der Stamm trägt 7 starke Äste.

Vogelsbergkreis
Alter: 200-250 Jahre
Taille: 6,75 m (1999)
Umfang: 6,87 m (2006)

Die dicke Robinie in Romrod ist in der Literatur bisher unbekannt. Ihr Stamm ist gewaltig, allerdings stark zerfallen. Aus dem verwitterten Stumpf t reiben neue Äste hervor. Angeblich soll die Robinie nicht so alt sein, wie sie aussieht. Robinien (Robinia pseudoacacia) kommen aus Nordamerika. Sie wurden in Deutschland gerne an Bahndämmen gepflanzt. Sie gehören zur Pflanzenfamilie der Fabaceen, die durch eine Wurzelsymbiose mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden können, und wachsen daher auch auf Rohböden.

Kreis Bergstraße
Alter: 200-350 Jahre
Taille: nicht bekannt
Umfang: 5,60 m (2002)

Die Gestalt dieser Flatterulme ist einzigartig, ebenso ihr Standort. Sie steht auf einer felsigen Insel, einem ehemaligen Wehr, inmitten des Ulfenbachs. Man fühlt sich an den nordischen Mythos erinnert: Nach dem Untergang der Weltenesche Yggdrasil und der großen Flut waren es Askr und Embla, Esche und Ulme, die als Treibgut an den Strand gespült wurden und das erste Menschenpaar, Mann und Frau, bildeten. Die Ulme ist älter, als ihr Umfang verrät. Zwischen 1993 und 2002 nahm ihr Umfang nicht messbar zu.
Standort: Beim Campingplatz im Ulfenbach.

Stadt Frankfurt am Main
Alter: 160-170 Jahre
Taille: 5,70 m (2006)
Umfang: 5,70 m (2006)

Der Palmengarten, Deutschlands meistbesuchter Park, wurde 1868 von Frankfurter Bürgern gegründet. Den Grundstock der botanischen Sammlung bildete der Kauf der herzoglich nassauischen Sammlung t ropischer Pflanzen. Für sie wurde das Palmenhaus, eine l<onstruktion aus Glas und Eisen, errichtet. Die stattliche Pyramideneiche steht fast frei, wird aber durch Efeu stark zugewuchert. Der Efeu sollte dringend entfernt werden.

Standort: Im Palmengarten, gegenüber dem Cafe Siesmayer.

Vogelsbergkreis
Alter: 400-500 Jahre
Taille: 8,98 m (2000)
Umfang: 9,15 m (2000)

Was wäre eine Burg ohne eine alte Linde? In Homberg an der Ohm ziert eine urige Linde den Burgzwinger. Sie soll angeblich schon auf einer Federzeichnung aus dem Jahr 1591 an gleicher Stelle zu sehen sein. Die Burg stammt aus dem 11. Jahrhundert. Ging die Linde bei der Burgzerstörung im Dreißigjährigen Krieg (1646) verloren? Oder ist es die heutige Linde? Sicher ist, dass sie im Jahr 1925 ihre Krone bei einem Orkan einbüßte. Sie regenerierte sich und brachte eine neue Krone hervor.

Standort: Im Burgzwinger, auf Privatgrund.

Hochtaunuskreis
Alter: 500- 550 Jahre
Taille: 9.48 m (2001)
Umfang: 11,17 m (2001)

Die Kapelle am Lindenberg ist das Wahrzeichen des Ortes. Sie wird 1601 zum ersten Mal erwähnt. Einer Sage nach sollte die Kapelle im Ort gebaut werden, doch Nacht für Nacht verschwand das Bauholz und tauchte am Lindenberg wieder auf. Zuletzt erschien eine geheimnisvolle Gestalt, die mit einem Lindenzweig zum Berg zeigte. So wurde die Kapelle oben am Berg errichtet. In einem »Weistum« der Laukener Mark von 1395 und später in einer Urkunde über ein »Märkergeding« im August 1580 wird als Verhandlungsort »ZU Laucken unter der Linde« angegeben.

Standort: Neben der Kapelle am Lindenberg.

Rheingau-Taunus-Kreis

Alter: 500-800 Jahre
Taille: 14,18 m (2002)
Umfang: 14,30 m (1989)

Reinborn liegt 410 m hoch im Hochtaunus. Ortsprägend ist die in 3 Teile zerfallene, von einem Sta hlpylon gehaltene Sommerlinde. Schon seit über 100 Jahren gibt es eine Aushöhlung zwischen den 3 Stammteilen. In einem Artikel der »Gartenlaube« aus dem Jahr 1903 ist ein kleines Foto abgebildet. Ob die Linde mit der seit 1576 nachweisbaren Kirche in Verbindung steht? Sie wirkt älte r. Ihr Umfang hat zwischen 1903 und 1989 nur zögerlich von 13 m auf 14,30 m zugenommen.
Standort: In Reinborn nahe der Kirche.

Main-Taunus-Kreis
Alter: 220-260 Jahre
Taille: 5.40 m (2001)
Umfang: 5,80 m (2006)

Die alte Kastanie ist die Zierde einer alten Brunnenanlage. In den 195oer-Jahren hing eine Schöpfkelle am Baum, mit der die Landarbeiter sich am Wasser bedienen konnten. Sie wird von der Behörde auf 300 Jahre geschätzt und wurde »1980 einer umfassenden Baumkosmetik unterzogen, fachgerecht gestutzt und stabilisiert«. Die Christiansmühle ist erstmalig 1339 erwähnt und befindet sich seit 1762 im Besitz der Familie Christian. Das könnte das Pflanzdatum sein. Standort: Mühlstraße südöstlich von Sulzbach (Taunus).

Kreis Marburg-Biedenkopf
Alter: 400-775 Jahre
Taille: 8,80 m (2002)
Umfang: 8,98 m (2000)

Himmelsberg im hessischen Burgwald wurde 12L13 erstmals in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Haina erwähnt. Die Linde ist seit Generationen Mittelpunkt des Ortes. Bei Tanzvergnügungen saßen Musiker auf 4 waagerecht abgelegten Ästen der Sommerlinde, getanzt wurde eine Etage tiefer. Im Jahr 1946 brach bei einem Sommergewitter ein
Ast. Im Jahr 1972 riss ein vorbeifahrender Lastwagen einen weiteren Ast ab. Die Deutsche Post gab im August 2001 eine Briefmarke mit der Tanzlinde als Motiv heraus.

Standort: Vor der Kirche. An der Straße Am Amöneburger Tor.

Kreis Darmstadt-Dieburg
Alter: 450-580 Jahre
Taille: 4,09 m (2005)
Umfang: 4,21 m (2003)

Die »Mutter aller Pyramideneichen« (Quercus robur f. fastigiata) wurde im 17. Jahrhundert mitten im Wald entdeckt. Um 1700 ließ der Hanauer Graf einen widerspenstigen, nicht säulenförmigen Ast mit der Büchse abschießen. Im 7-jährigen Krieg verschonten französische Truppen die Eiche. Die älteste Zeichnung stammt von 1766. Seit 1790 wurde die Eiche vegetativ vermehrt. 1928 brach der Haupttrieb ab. Der Baum wächst extrem langsam. Der Botaniker Caspary maß 1873 in Brusthöhe 3,14 m.

Standort: Im Feld 600 m nördlich des Ortes.

Stadt Wiesbaden
Alter: 170-200 Jahre
Taille: nicht bekannt
Umfang: 6,12 m (2008)

Sie ist ein ausdrucksstarker Parkbaum auf starkem Stammsockel. Ungewöhnlich ist ein starker Ast, der in etwa 4 m Höhe aus dem Stamm hervorgeht und einen guten Teil der flammenförmigen Krone bildet. Vermutlich stammt der Baum von der »Mutter aller Pyramideneichen« bei Harreshausen ab und dürfte gemeinsam mit einem Exemplar vor Schloss Dehrn bei Limburg zu den ältesten Anpflanzungen in Hessen gehören. Der Kurpark wurde im Jahr 1852 im Stil Englischer Landschaftsgärten angelegt.

Standort: Im Kurpark, 100 m östlich des Teichs.

Odenwald kreis
Alter: 320-430 Jahre
Taille: 8,20 m (1998)
Umfang: 8,60 m (1993)

In »Bemerkenswerte Bäume im Großherzogtum Hessen« (1904) heißt es über die Stieleiche: »Der mehr ovale Stamm hat einen Umfang von ungefähr 7,5 m. Dieser mächtige Stamm trägt eine riesige Krone, deren gewundenes, knorriges, zackiges Geäst zu einer Gesamthöhe von über 35 m sich erhebt. Die wohl sechs Jahrhunderte, welche an dieser Riesen-Eiche vorübergezogen sind, haben nur wenige Spuren hinterlassen, namentlich dem Stamme vermochten sie nichts anzuhaben.« Heute ist der Stamm zu 75 % entrindet, nur 1 Ast grünt noch.

Standort: Ortsausgang, Ende Eichenstraße.

Stadt Frankfurt am Main
Alter: 200-250 Jahre
Taille: 5,10 m (1999)
Umfang: nicht bekannt

Die Anhöhe des 167 m hohen Schäferköppels bietet eine herrliche Sicht auf Frankfurt am Main. Hier war früher, wie der Name andeutet, ein Rastplatz der Schäfer, wo die Herden im Schatten einzelner Bäume Schutz fanden. Die Rosskastanie soll das letzte Relikt dieser Zeit sein. Ihr Standort zwischen Nieder-Erlenbach und Kloppenheim legt jedoch eine Funktion als Grenzbaum nahe. Unter dem Baum befindet sich ein Grenzstein.

Standort: Der Steinstraße 2 km nordostwärts
folgen.

Kreis Kassel
Alter: 380-600 Jahre
Tai lle: 7,45 m (1999)
Umfang: 8,60 m (1986)

Diese Stieleiche ist die älteste und urigste Huteeiche im Reinhardswald. Sie gilt als alter Gerichtsbaum, an dem Holzfrevler bestraft wurden. Seit der Regierung Karls des Großen
(768-814) war das Gebiet Bannwald. Eine Bohrung am Stamm ergab Hinweis auf ein Alter um 550 Jahre. Der markante waagerechte Ast brach im Herbst 1994 ab.

Standort: Ab Holzhausen Kasseler Straße nordwärts. Links (westlich) vor der Anhöhe Junkernkopf am Parkplatz 80 m nordwestlich halten.

Kreis Limburg-Weilburg
Alter: 500-800 Jahre
Taille: 11,59 m (2001)
Umfang: 11,65 m (1992)

Die hoch reichende Sommerlinde drängt sich an die Vorderseite der St-Matthias-Kirche, die archi tektonisch dem Limburger Dom nachempfunden ist. Sie wurde 1897 auf einer kleinen Erhebung im neuromanischen Stil erbaut. Schon im 13. Jahrhundert stand hier eine Kapelle, weshalb die Linde mit diesem frühen Bau in Verbindung gebracht wird. Die Lindenkrone wetteifert höhenmäßig mit dem Kirchturm. Früher soll sie eine Stufenlinde gewesen sein, in deren 4 Astetagen Holzböden eingelegt waren. Der heutige 2-geteilte
Stamm gibt darauf keinerlei Hinweis mehr. Das ist lange her.

Standort: Vor der Kirche.

Kreis Kassel
Alter: 360-600 Jahre
Taille: 8,16 m (2003)
Umfang: 9,56 m (2002)

An der Domäne Beberbeck führt eine Eichenallee ins östliche Fe ld hinauf. Nahe dem Waldrand wird der Boden schlechter. Nach 30 cm Erdschicht steht Buntsandstein an. Versuche, hier Ackerland zu gewinnen, schlugen fehl. So ließ man über 20 ve rwitterte Huteeichen von gedrungenem Wuchs auf den Weiden stehen. Die größtenteils abgestorbene Dicke Margarete befindet sich etwas weiter vom Wald entfernt. Sie ist die stärkste Eiche vor Ort. In ihrem Wurzelraum befindet sich ein Fuchsbau.

Standort: Im Feld östlich von Beberbeck.

Stadt Wiesbaden
Alter: 500-700 Jahre
Taille: noch 5,80 m (1998)
Umfang: noch 6,50 m (2004)

Die sagenumwobene Blutlinde in Frauenst ein ist eine alte Tanzlinde. 7 starke Äste lagen um 1830 herum noch vollständig auf einem Balkengerüst. Durch die Unvorsichtigkeit eines Dorfbewohners wurde eine Stütze mitsamt Ast fortgerissen. Die Naturgewalten taten ein Übriges. 1909 waren bereits 4 Äst e abgebrochen, wobei der Stamm des ehedem »27 Fuß [rund 7,70 m] im Umfang messenden Baumriesen« i n Mitleidenschaft gezogen wurde. Heute sind noch 2 ausgekehlte, abgestützte Äste erhalten. Ein wirklich alter Baum.

Standort: An der Kirche St. Georg.

Wetterau kreis
Alter: 160-200 Jahre
Taille: 4,91 m (2007)
Umfang: 5,00 m (2007)

Ostern 2007 fo lgte das Deutsche Baumarchiv einer alten Spur. Ein Wanderer hatte »im nördlichen Weidegebiet« bei Biofeld eine Kirsche bemerkt und auf 3,5 m Umfang geschätzt. In Wirklichkeit waren es 5 m - die dickste und schönste Vogelkirsche (Prunus avium) unseres Landes. Tagespresse, Fernsehen und beinahe sogar die BILD berichteten, die Kirsche wurde unter Schutz gestellt. Sachsen meldete jüngst eine ähnliche Kirsche. Standort: am Galgenberg nördlich von Hohnstein, nahe Pirna, Umfang etwa 4,51 m.

Standort: Nordhang Eichelberg, nördlich von Biofeld.

Main-Kinzig-Kreis
Alter: 230-300 Jahre
Tai lle: 6,85 m (2008)
Umfang: 7,29 m (2008)

Vorübergehend dachten wir, es gäbe die alte Flatterulme bei Dörnigheim nicht mehr. Doch das Lausbäumchen, wie man sie nennt, es steht noch. Krumm ist es und zum Schutz von einem Gitterzaun umgeben. Der Main fließt gleich nebenan - ein idealer Auenstandort. Vermutlich durch einen Astausbruch entstand eine großfläch ige Morschung, die den Stamm erfasst und weit geöffnet hat. Die Ulme ist der bedeutendste Baum im Landkreis.

Standort: 100 m östlich des Wasserturms in der Kesselstädter Straße, dem Pfad zum Main folgen.

Wetterau kreis
Alter: 140-200 Jahre
Taille: 4,15 m (2003)
Umfang: 4,17 m (2003)

Speierlinge sind selten in Deutschland. Ihre Früchte sind sauer (zum »Speien«), geben aber dem hessischen Apfelwein die Frische und Haltbarkeit. Ihr Holz ist das schwerste einheimische: o,88 g/cm3. Der Speierling von Ölbronn, Baden-Württemberg, brach 2008 zusammen. Nun ist der »Dicke« von Ockstadt der einzige seines Formats. In den Wendelgärten steht noch ein jüngeres Exemplar mit Blitzrinne: Umfang 3,99 m, Taille 3,93 m.

Standort: 100 m nördlich der Usinger Straße 1t.

Wetteraukreis
Alter: 480-600 Jahre
Taille: 10,10 m (1996)
Umfang: 10,15 m (2003)

Görbelheim wurde nach den Bauernkriegen 1524/25 aufgegeben. Die alte Sommerlinde könnte die ehemalige Dorflinde sein. 1904 schrieb man: »Nicht spurlos sind die Jahrhunderte an ihr vorübergezogen, und der ... einst imposante Baum bietet heute ein Bild weit vorgeschrittenen Verfalls, allmählichen Verlöschens der Lebenskraft. Den ... völlig hohlen Stamm des sterbenden Riesen vermögen 5 Männer nicht ganz zu umspannen«. 2008 wurde die Linde im Rahmen des Projekts »Umfeldverschönerung an
hessischen Naturdenkmälern« abgestützt und ein Gedenkstein aufgestellt.

Standort: Straße Friedberg-Bruchenbrücken.

Lahn-Dill-Kreis
Alter: 380-400 Jahre
Ta ille: 9,13 m (2001)
Umfang: 9.40 m (2006)

Bermoll begann seine Existenz im Mittelalter als Pferdeumspannplatz. Es liegt idyllisch in einer Bergmulde, woraus der Name entstand. Am oberen Dorfrand steht die sagenhafte Linde. Bei der Glockenweihe 1879 wurde die Wiese vor der Linde planiert und anschließend als Festplatz genutzt. Im August 1958 riss ein Wirbelsturm mehrere Äste ab. Die Nordseite ist seitdem weit geöffnet. Ein schmaler Stammrest strebt dort wie ein Pfeiler 4 m nach oben und stützt den Hauptstamm.

Standort: Dorfrand Richtung Großaltenstädten.

Kreis Kassel
Alter: bis 450 Jahre
Ta ille: nicht bekannt
Umfang: bis 8,oo m (1986)

Im Saba-Urwald schweigt seit 1907 die Axt. Es ist das älteste hessische Naturschutzgebiet. Nur durch vorsichtiges Freistellen können die früher solitären Huteeichen im nachdrängenden Jungwuchs überleben. Die stärkste Stieleiche (Quercus robur), die wir im Urwald 1986 vermaßen, hat 8,oo m Umfang, der Stamm ist weit U-förmig geöffnet. Besondere Attraktivität besitzen die Kamineiche mit ihrem ovalen Stammloch und die Wappeneiche (beide 7.40 m Umfang).

Standort: Im Wald südlich der Straße Sababurg-Beberbeck, beschildert.

Kreis Marburg-Biedenkopf
Alter: 120- 200 Jahre
Taille: 3,25 m (2003)
Umfang: 3,27 m (2003)

Feldahorne (Acer campestre) wachsen meist buschig.  Selten sind sie so schön baumförmig wie dieses Exemplar. Der alte Maßholder, wie die Baumart auch genannt wird, steht auf feuchtem Boden, nur 50 m oberhalb entspringt die Waschbachquelle, deren Wasser in 2 schweren Sandsteintrögen aufgefangen wird. Bonifatius, der 722 auf dem Basaltbuckel der Amöneburg das erste hessische Kloster gründete, soll hier Heiden getauft haben.

Standort: An der Waschbachquelle.

Main-Taunus-Kreis
Alter: 200-300 Jahre
Taille: 5,08 m (2007)
Umfang: 5,55 m (2007)
Hessen 161

Die Brautfichte wurde dem Deutschen Baumarchiv 2006 bei der landesweiten Umfrage nach Starkbäumen mitgeteilt. Für eine Saison war sie die dickste bekannte Fichte (Picea abies) Deutschlands. Durch die 2-kernige Weidfichte nahe Tennenbronn im Schwarzwald wurde sie im Jahr 2007 entthront, 2008 folgten noch größere Funde in Bayern. Für Hessen bleibt sie aber die Größte. In ihrem morschen Stamm befand sich im Sommer 2006 ein Hornissennest. Die »Hessenschau« berichtete über die spannende Suche nach der Fichte.

Standort: Auf der Lenzwiese, am Wellbach 1,5 km nördlich von Eppstein.

Kreis Marburg-Biedenkopf
Alter: 200-310 Jahre
Taille: 5,02 m (2000)
Umfang: 5.38 m (2003)

Ein rotes Sandsteinkreuz mit der eingravierten Jahreszahl 1700 steht vor der Kastanie. Die Jahresangabe macht nachdenklich. Sollte der Baum im selben Jahr gepflanzt worden sein? Es ist denkbar, denn der kleine Hügel, auf dem sie steht, wurde vermutlich aufgeschüttet und erschwert die Wasserversorgung. Der Stamm der Kastanie ist weit ausgehöhlt und sogar durch einen Spalt begehbar. Der Blick geht von hier über die Tatebene zur Amöneburg, dem ersten hessischen Kloster des Apostels der Deutschen, Bonifatius.

Standort: Am Ende der Kastanienstraße.

Hochtaunuskreis
Alter: 195- 200 Jahre
Taille: 5,62 m (2001)
Umfang: 5,85 m (2000)

Seit der Antike schrumpfen die Zedernwälder des Libanon. Heute sind nur noch Reste erhalten. Die Ad ligen Europas zimmerten dem Baum eine »Arche Noah«, indem sie den edlen Nadelbaum in ihre Parks und Schlossgärten holten. 16 Zedern in Töpfen kamen aus den Kew Gardens als Geschenk des englischen Königshauses 1818 nach Homburg. 13 Stück erfroren, 1 überlebte im Gustavsgarten, 2 wurden in Kübeln belassen und 1822 gesetzt. Eine davon, mit heute 35 m Kronendurchmesser, ist die wohl schönste der Republik.

Standort: Vor dem Landgrafenschloss.

Schwalm-Eder-Kreis
Alter: 500-760 Jahre
Taille: 8,60 m (2002)
Umfang: 8,64 m (2006)

Die hessischen Landgrafen legten Burg Niedenstein zum Schutz ihres Kernlandes an. 1254 war die erste urkundliche Erwähnung. Ob die alte Tanzlinde noch aus dieser Zeit stammt? 3 uralte Stammteile mit 6 starken Horizontalästen sind der Sommerlinde verblieben. Bis 1906 führte eine Treppe auf ein Podium in der Linde. Hier spielten die Musikanten zum laubumkränzten Tanz auf. Der Standort am Wichdorfer Tor macht eine lange Tradition als Versammlungs- und Gerichtsbaum wahrscheinlich.

Standort: Am Wichdorfer Tor.

Kreis Marburg-Biedenkopf
Alter: 150-200 Jahre
Taille: 7.30 m (2001)
Umfang: 7,73 m (2001)

Weiden sind typische Bäume der Weichholzaue. Auf Böden, durch die unterirdisch das Flusswasser zieht, aber auch in Brüchen und Sümpfen fühlt sich die Baumart wohl. Die Silberweide (Salix a/ba) in Kirchhain hat mit über 7 m Stammumfang bereits Spitzenmaße für diese Baumart erreicht. Die meisten Silberweiden, viele rorts auch als Kopfweiden
gezogen, brechen aufgrund ihres instabilen und leicht fau lenden Holzes noch vor ihrem 100. Lebensjahr in sich zusammen.

Standort: Auf einem freien Platz, rechts (östlich) der Straße Am Amöneburger Tor.

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